Erde – Olympiapark München – 1995

Aus der Tradition mysthisch-primitiver Anschauungen verschiedener Naturvölker, der griechischen Philosophenschulen und indischen Hochreligionen kennen wir die Vorstellung der Seelenwanderung und der Wiedergeburt, der Palingenese. Mit dem Christentum gemeinsam ist die Vorstellung von der Unsterblichkeit der Seele, der Wandel allerdings und die Belebung der Natur sind insoweit wesensfremd.

Rudolf L. Reiters künstlerisches Empfinden hat eine gewisse Affinität zu diesen Ideen. Er sucht für seine Kunstaktionen historisch spannungsreiche Orte aus wie das Münchner Olympiagelände. Erst Schuttberg mit Überresten des 1945 zerbombten München, dann ein Vierteljahrhundert später Ort der Olympischen Spiele, des Attentats auf die israelische Olympiamannschaft und heute Arena der Massenbegeisterung in Fußball und Kultur.

Werden und Vergehen, Untergehen und Auferstehen, Vergessen und Erinnern – um diese Grundfragen menschlicher Existenz geht es Rudolf L. Reiter auch mit seiner Aktion „Erde“.

Rudolf L. Reiter, 2006/Elisabeth Noske

Galerie Rudolf L. Reiter

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